Deutsches Recht vs. Blogger

Scale of JusticeGerade habe ich einen Artikel von Sergej Müller gefunden, in dem er auf das Problemthema des Versendens von Userdaten an Fremdserver im deutschen Rechtsbereich eingeht. Darin listet er auf, welche Daten das standardmäßige Anti-Spam-Plugin "Akismet", welches von Wordpress mitgeliefert wird, an fremde Server weiter gibt. Nachdem ich diese Liste gelesen habe kann ich die Bedenken verstehen, die dabei aufkommen.

Als direkte Folge habe ich hier im Blog vorläufig Akismet ebenfalls deaktiviert und setze auch darauf, dass die Biene mir hilft nicht zu viel Spam zu bekommen. Eure Kommentare werden allerdings nicht gleich vollständig gelöscht, wie es die Biene als Standardeinstellung macht, sondern nur als Spam markiert. Ich bekomme also trotzdem weiter eine Info über die Kommentare und habe die Entscheidung selber, was im Endeffekt in der Tonne landet. Zusätzlich landen sowieso Kommentare mit mehreren Links zur Ansicht in der Moderation, wo ich sie vor der Freigabe lese und dann über sie urteile.

Das Thema Google Analytics habe ich hier ja schon behandelt und momentan sieht der Test der Software Piwik sehr viel versprechend aus, so dass ich wahrscheinlich ab 02/2009 auf die Analyse durch Analytics verzichten kann. Damit bleiben eure Daten auf einem Server direkt unter meiner Kontrolle.

Was ich allerdings in dem Zuge auch noch sehe ist, dass bei jeder Einbindung einer Grafik von einem externen Server ebenfalls die IP, welche laut akademie.de zumindest fürBerlinerGerichte zu den Personenbezogenen Daten gehört, ebenfalls an einen fremden Server übertragen wird. Immerhin könnte der Administrator des Servers damit auch eine Analyse des Nutzungsverhaltens eines Users erstellen. Es ist ihm dann bekannt, welche Software der User verwendet, auf welchen Seiten (zumindest die, die seine Grafik verwenden) der User war etc.

Also wenn der Besuch auf einer Webseite absolut nicht dazu führen darf, dass ein fremder Server Kenntnis davon erlangt, welche IP (bzw. andere zugreifbare Daten) der Besucher hat, was bleibt dann vom Internet noch über? Viele kleine Inseln ohne jegliche Verbindung zu anderen Seiten? Interessant wäre es dazu mal eine verbindliche Antwort für ganz Deutschland zu erhalten, was aber wahrscheinlich nie passieren wird. Wer geht schon wegen einer weitergegebenen IP so weit, dass eine Entscheidung durch hohe Bundesgerichte für Klarheit sorgen? Außerdem stellt sich die Frage, was würden diese Gerichte entscheiden? Etwa, dass die IP nicht übermittelt werden darf. Dann haben wir spätestens 5 Tage später die gleiche Diskussion mit dem Useragent oder, oder, oder...

Aber alleine daran, dass ich gerade diesen Artikel schreibe und dabei schon über 500 Wörter verbraucht habe zeigt mir, dass es für einen Webseitenbetreiber oder auch Blogger in Deutschland nie sicher sein wird, dass er nicht in irgend ein kleines Loch tritt, in dem irgend einMensch darauf wartet ihm das Geld in Form einer Abmahnung aus der Tasche zu ziehen. Sei es durch einen Kommentar eines Besuchers, der gegen - hier einen Paragraphen einsetzen - verstößt, eine fehlende Angabe im Impressum oder durch Daten, die zu irgend einem Zweck an einen anderen Server übermittelt werden - Diese Liste könnte man durchaus noch mit diversen Gerichtsurteilen und Abmahnungen, die ihrem Absender erfolg gebracht haben erweitern aber ich beende es hier, da ich sonst ein Buch daraus machen und dieses als Haupteinnahmequelle nutzen könnte. Man kann zwar versuchen sich dagegen so gut als möglich zu schützen aber die 100%ige Sicherheit wird man nicht erlangen - Oder habt Ihr das deutsche Recht auswendig gelernt und könnt es perfekt auslegen? (Falls ja, seid Ihr sicherlich ein guter Anwalt...)

So viel zu dem Thema von meiner Seite aus. Wenn Ihr dazu nochAnmerkungenhabt, nehme ich sie gerne in der Kommentarfunktion entgegen... (Wenn Ihr mir wirklich eure Daten anvertrauen wollt... - Falls nicht ist es aber eh schon zu spät, da Ihr hier seid...)

:my2cents: