Freie Entscheidung

Gestern bin ich im Zusammenhang mit dem Thema Zeit über einen Gedanken gestolpert, in dem ich mich gefragt habe, ob der Mensch eine freie Entscheidung treffen kann. Alle denen das Thema zu heikel ist oder die sich nicht mit den Überlegungen auseinander setzen wollen, sei geraten diesen Artikel nicht weiter zu lesen.

clock_150Das Thema Zeit kam auf, als ich darüber nachgedacht habe, ob es Zeitreisen in der Theorie geben könnte. Um meinen Gedanken zur freien Entscheidung darstellen zu können, muss ich dieses Thema zuerst ein wenig ausführen, da die Gedanken darauf basieren.

Wäre es also möglich, dass jemand eine Zeitreise aus dem Jahr 2010 in das Jahr 2005 macht um dort eine "Korrektur" in der Zeit vor zu nehmen. Wissenschaftler streiten sich schon seit längerem über diesen Punkt. Einige sind dafür, dass es geht und einige dagegen. Meiner Meinung nach kann es nicht funktionieren, da jede Veränderung in der Vergangenheit ein Paradoxon erzeugen würde. Nehmen wir also an, dass im Jahr 2005 ein Ereignis eingetreten ist, welches für den Zeitreisenden z.B. die berufliche Zukunft verbaut. Dieser entscheidet sich nun eine Zeitreise zu machen um das Ereignis zu verändern. Nehmen wir weiter an, dass er es schafft dieses Ereignis zu seiner Zufriedenheit zu verändern. Somit wäre alles in Butter und der Zeitreisende könnte seinen Job antreten. So weit so gut aber was bewegt ihn dann dazu diese Zeitreise durchzuführen und das Ereignis im Jahr 2005 zu berichtigen? Nichts! Also wird das Ereignis nie korrigiert und im Jahr 2010 kann er seinen Job nicht antreten, womit sich die ganze Geschichte wiederholt. In der Theorie würde sich eine Zeitschleife erzeugen und somit haben wir unser Paradoxon.

Wer bis jetzt dem Thema noch folgen kann wird wahrscheinlich mit der Überlegung zur freien Entscheidung auch keine Probleme haben. Nehmen wir also die aktuelle Situation als gegeben hin. Das vereinfacht die Überlegung. Ich schreibe somit gerade diesen Blogbeitrag. Gehen wir also davon aus, dass ich die freie Entscheidung hatte vor einer Woche diesen Blog zu schließen oder ihn weiter zu führen. Wie es scheint habe ich mich dazu entschieden ihn weiter zu führen... Aber was wäre, wenn ich mich dazu entschieden hätte ihn zu schließen? Könnte ich dann diesen Artikel schreiben? Wohl eher nicht. Da ich aber diesen Beitrag - wie eingangs erwähnt - schreibe muss ich meine Entscheidung diesbezüglich getroffen haben. Damit stellt sich mir die Frage ob es überhaupt eine andere Möglichkeit gab. Da diese Version der Gegenwart eingetreten ist kann ich prinzipiell die Wahl nicht selber gefällt haben. Würde ich also mein Leben im Jahr 2030 kennen, so wäre es mir nicht möglich von diesem Weg abzuweichen? Also egal was ich mache ich kann nichts verändern?

Oder aber haben die Personen recht, die meinen es gäbe für jede Entscheidung eine entsprechende Zukunftsversion? Demnach müssten also einer Woche zwei Zeitstränge entstanden sein. Allerdings leben auf der Erde 6.000.000 6.7Mrd Menschen, die zu jedem Zeitpunkt (die Nächte mal gerade ausgenommen) Entscheidungen treffen. Demnach existieren unendlich viele Versionen des jetzt. Warum also existiere ich gerade in dieser Version des jetzt wo die Wahrscheinlichkeit genau diese Version zu treffen undlich klein ist?

Viele Fragen, die offen bleiben und auf die meiner Meinung nach auch keiner eine Antwort kennt. Oder traut sich einer von euch zu auf diese Fragen eine Antwort zu geben?