Kostenlose Dienste im Internet

Ich hoffe zwar, dass dieser Artikel bei meinen Lesern eigentlich gar nicht nötig ist, schreibe ihn allerdings trotzdem um eventuell Leute auf bestimmte Dinge aufmerksam zu machen, die Beachtung finden sollten. Immer wieder hört man davon, dass jemand (teilweise auch aus dem eigenen Bekanntenkreis) auf eine "Abzocke" im Internet hereingefallen ist. Wie in den meisten Fällen wurde ein kostenloses Angebot offeriert und dann in den AGB, die schließlich jeder mit einem Klick bestätigt, der Kostenhammer gezückt.

Ein sehr interessantes Beispiel ist mir heute gerade wieder in der Werbung auf Facebook aufgefallen. Die Werbung offerierte mir - dank meinem Status "Single" im Facebook - eine Flirt- und Partnerseite, auf der ich mich kostenlos anmelden und losflirten könne. Wer sich ein wenig mit der Thematik auseinander gesetzt hat weiß, dass es auf den Flirtseiten nichts gratis gibt, was brauchbar ist.

Also habe ich einen Blick in die AGB (Wie üblich in Grau auf Weiß im Footer zu finden) geworfen. Die AGB sind - ebenfalls üblich - mal wieder in einer Schriftgröße gehalten, bei der sich viele Leute darüber beschweren würden, dass sie ja kaum lesbar sind. In diesen AGB folgen erst einmal vier Punkte mit neun Absätzen an üblichem Bla-Bla. Halt das was man zu jedem Vertragsabschluss in jeder X-Beliebigen AGB liest. Nach ca. der Hälfte der AGB folgt dann der interessante Teil: Der Punkt "Leistungen". Hier ein Auszug aus entsrechender AGB:

[...] Das kostenpflichtige Testabonnement hat eine Laufzeit von 14 Tagen und kann jederzeit gekündigt werden. Es verlängert sich um sechs Monate, wenn es dieser Zeit nicht gekündigt wird. Wenn der Kunde nicht vor Ablauf eines laufenden Verlängerungszeitrums kündigt, verlängert sich der Vertrag um jeweils weitere sechs Monate. Das kostenpflichtige Abonnement hat eine Laufzeit von sechs Monaten. Auch hier gilt, dass sich das Abonnement um jeweils weitere sechs Monate verlängert, wenn der Kunde nicht vor Ablauf eines laufenden Verlängerungszeitrums kündigt. [...]
Also mit anderen Worten in Wirklichkeit sollen wir doch etwas zahlen. Nur wo sind eigentlich die Preise? Preislisten auf der Homepage? Fehlanzeige. Also weiter in der AGB graben, auch wenn es nach obigem Absatz schwer fällt. Kurz später fallen dann auch die Preise auf:
[...] Der Preis für das vierzehntägige kostenpflichtige Testabonnement beträgt 1,99 EUR inkl. MwSt.. Der Preis ist nach Vertragsschluss zu zahlen. Das kostenpflichtige sechsmonatige Abonnement kostet 19 EUR monatlich inkl. MwSt. [...]
Also wenn wir rechtzeitig etwas merken, dann kostet uns der Spaß zwei Euro. Wenn nicht sind wir "mal eben" 114 Euro los.

So wer genau liest diese AGB vor dem Klick? Ja klar der Checkbox zufolge jeder. Und jetzt mal ganz ehrlich: Wann habt Ihr eure letzte AGB gelesen? Meistenteils läuft es doch eh darauf hinaus, dass nach dem ersten Absatz der, meisten von Anwälten in perfektem Rechtsdeutsch geschriebenen, AGBs jeder aufhört zu lesen.

Das was ich euch hier mitteilen möchte, falls Ihr es noch nicht sowieso wusstet ist: Im Internet gibt es nahezu nichts kostenlos. Schon gar keine Partnerportale. Gerne Verweise ich da auf meinen Artikel zum Thema, in dem ich die kostenlosen Funktionen einmal näher beleuchtet habe.

Bitte tut euch selber den Gefallen und lest bevor Ihr die "Ja ich habe die AGBs gelesen"-Checkbox anklickt die AGBs wirklich durch. Oftmals sind bei Gratisangeboten entsprechende Zahlungsklauseln vorhanden.

Und wenn Ihr es doch sein lasst, dann behauptet hinterher nicht, dass ich euch nicht gewarnt hätte!