Nexus 6 - Das neue Flagship-Phone von Motorola

Nachdem bei meinem Nexus 5 mit der Zeit der Akku immer mehr den Geist aufgab und die Akkulaufzeit inzwischen bei nur noch ca. 5 Stunden lag, musste Anfang des Jahres ein neues Smartphone her. Da der aktuelle Smartphone-Markt aktuell doch eher wenig für mich passende gute Geräte zu bieten hat, war die Wahl recht schwierig. Es sollte wieder ein Gerät mit einem Stock-Android sein. Damit wurde die Wahl doch sehr eingeschränkt und so kam am 3. Februar ein Nexus 6 bei mir an.

Damit ging dann die eigentliche Geschichte los: Das neue Smartphone ausgepackt, kurz noch einmal dran gezweifelt ob denn die Größe des Geräts nicht doch ein Faktor ist, der nach hinten los gehen würde, aber dann voller Zuversicht, dass man sich mit Sicherheit schnell dran gewöhnt ausgepackt… Die Vorfreude auf das neue Gerät hielt ca. 1 Minute: Das Gerät ließ sich nicht einschalten und das Back-Cover löste sich vom Gerät. Das zweite Problem erst einmal ignoriert (das Cover ließ sich mit etwas Druck wieder befestigen) habe ich das Handy an den Ladeadapter gepackt und einige Zeit gewartet. Tja Fehlschlag: Das Einschalten war immer noch nicht möglich. Also an Amazon zurück um ein Austauschgerät zu bekommen.

Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste: Es lag nicht einfach an zu schwachem Kleber am Back-Cover sondern daran, dass der Akku aufgequellen war. Schöner Mist: Das Gerät hätte gar nicht zurückgesandt werden dürfen. (Die deutschen Gesetze verbieten einen Transport eines defekten Akkus.) Nun ja: Das Gerät wurde von Amazon anstandslos getauscht und das neue Gerät hatte ein fest anliegendes Back-Cover und ließ sich wunderbar einschalten.

Ein Spung ca. 2.5-3 Wochen vorwärts: Die Akkuleistung des neuen Geräts ließ etwas nach und vor allem schaltete sich das Gerät schon bei einer Ladung von noch 29% einfach ab. Akku leer… Google fand eine schnelle Lösung im Produktforum: Mit Hilfe des Bootloaders lassen sich die Battery-Stats schnell und unkompliziert zurück setzen und siehe da: Das Gerät schaltete sich irgendwo im Bereich 0-1% Ladung ab. Alles Super? Mitnichten. Auch hier fing bald das Back-Cover an sich abzulösen… Ein klärendes Gespräch mit dem Amazon Support brachte mich nicht wirklich weiter und der Mitarbeiter verwies mich auf den Support von Motorola.

Bild vom Nexus 6 mit ablösendem Back-Cover

Die Informationen, die ich dann von Motorola erhalten habe, brachten mich sehr dazu am Unternehmen zu zweifeln. Das Problem sei bekannt und inzwischen habe man Austauschgeräte, die - nach Wissen des Supports - dieses Problem nicht mehr haben. Einen Austausch würde man nicht machen wollen. Das sei zwar normaler Weise der Fall, allerdings würden deutsche Gesetze die Rücksendung verbieten. Erst in diesem Gespräch habe ich also erfahren, dass das eigentliche Problem der LiIon-Akku im Inneren des Geräts ist. Warum nun die Lieferdienste diese Akkus nicht mehr transportieren dürfen ist ganz einfach: "Beschädigte Lithium-Ionen Akkus sind gefährlich und können im Extremfall explodieren." (Quelle)

Ich laufe also mit einer Bombe in der Hosentasche herum? Gut wahrscheinlicher ist, dass es eine starke Erhitzung des Akkus und damit im Zweifel einen Brand gibt als dass dieser gleich explodiert aber mal ganz ehrlich: Danke für die offene Informationspolitik und den Rückruf der betroffenen Serie. Nicht. Diesen Rückruf und diese Informationen gab es nämlich nicht. Laut dem Motorola-Support bekomme ich also in der nächsten Zeit ein neues Gerät zugesandt und darf mich um eine fachgerechte Entsorgung des alten Geräts kümmern. Allerdings könne ich ja meine Daten noch in aller Ruhe übertragen. (Sprachen wir nicht gerade von Brand- und Explosionsgefahren?)

TL;DR: Im aktuellen Flagship-Phone, dem Nexus 6, wurden Akkus verbaut, die beschädigt sind bzw. dazu tendieren aufzuquellen und damit ein Risiko für die Gesundheit des Besitzers (und anderer Personen) darstellen.

Schön, dass bei Motorola Wert auf Qualität, Tests der Hardware und die Information und Sicherheit der Verbraucher gelegt wird. Nicht.