Perspektiven...

Wir glauben zu leben, aber in Wirklichkeit arbeiten wir nur, um nicht zu sterben.
Sully Prudhomme

Was genau ist eigentlich Leben und wie macht man das? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich existiere aber lebe ich auch? Was also macht das Leben eigentlich aus? Macht man das, was in der heutigen Zeit üblich ist, stößt man dazu auf verschiedene Gedanken. Einer davon ist sicher, dass Leben heißt zu existieren und nicht schon tot zu sein.

Ein anderer Gedanke dazu ist, dass man lebt wenn man Perspektiven, Ziele in seinem Leben hat auf die man hin arbeitet. Woher aber bekommt man diese Perspektiven? Ist es schon eine Perspektive zu wissen, dass das gesamte Leben auf ein einziges Ziel zu steuert – den Tod? Dann hätte ich wenigstens eine Perspektive aber irgendwie ist es scheinbar nicht wirklich das worauf es ankommt.

Worauf freut man sich eigentlich wenn man lebt und keine Perspektiven findet? Auf das Resultat der letzten Shopping-Tour? Kurzzeitig sicherlich aber auch das endet schnell wieder und wird zur Normalität. Auf das Wochenende? Warum denn – Es beginnt am Freitag Abend, es wird dunkel, hell, dunkel, hell, dunkel und es ist Montag. Auf den nächsten Urlaub? Und wieso das? Was macht man eigentlich in so einem Urlaub? Ich für meinen Teil weiß es nicht. Wahrscheinlich das, was ich jeden Tag mache. Somit auch kein Anlass. Auf Weihnachten? Den Geburtstag? Ostern? All diese Vorkommnisse entstehen jedes Jahr und zeigen eigentlich nur, dass wieder ein Jahr vorbei ist. 1 Jahr, 52 Wochen, 365.25 Tage, 8766 Stunden, 525 960 Minuten oder auch 31 557 600 Sekunden.

Im Endeffekt kommt man doch wieder auf den Gedanken des Zitats am Anfang des Beitrags. Ich existiere um zu arbeiten um meine Existenz zu ermöglichen um zu arbeiten… Man sieht wohin das führt. Es ist ein sich endlos wiederholender Kreislauf der unweigerlich zum Ende der Existenz führt.

Aber halt! Bei der Suche nach dem Sinn des Lebens stößt man auf die Motivationscoaches, die jedes Leben für wichtig erachten. Ist es das wirklich? Warum ist mein Leben wichtig? Bin ich der einzige, der meine Arbeit machen kann? Nein. Es dauert maximal eine Woche bis ein anderer meine Arbeit macht und mich ersetzt hat. Wahrscheinlich nicht einmal so lange. Weil ich meinen Vermieter davor bewahre pleite zu gehen und somit seinen Existenzkreislauf durchbreche? Auch hier eine herbe Enttäuschung. Meistens stehen die "Zu vermieten"-Schilder hier in der Gegend etwa eine Woche. Weil ich dieses Blog hier schreibe und damit jemandem irgendwie helfe? Sicherlich nicht. Den meisten würde es nicht einmal auffallen, würde hier nichts mehr erscheinen.

Also was genau macht mein Leben eigentlich wichtig? Das wiederum bleibt dabei unbeantwortet. Statt dessen soll ich lieber dafür sorgen, dass diese Coaches ihren Existenzkreislauf erfüllen können. Meiner Meinung nach ist ein Mensch genauso schnell und einfach zu ersetzen wie ein kaputtes Handy. Man geht in den nächsten Shop, kauft sich ein neues und fertig. Bei ungefähr 7 Milliarden Menschen gibt es genügend Ersatz.

Was also macht euch (oder mich) so wichtig? Worin liegt der Sinn, dass ich mir das täglich antue?