SparkleShare - Erste Gedanken

Vorab als Information: Das ist kein Post mit dem ich die Entwickler "bashen" möchte oder die Software ins Negative ziehen will. Es sind rein meine eigenen Gedanken zum Projekt mal aufgeschrieben. Vielleicht möchte ihnen ja jemand folgen und vielleicht bieten sie auch eine gewisse Anregung für andere.

SparkleShare ist ein neues Projekt, welches am 10. Juni angekündigt hat bald Dropbox Konkurrenz machen zu wollen. Der Hintergrund: Dropbox hält die Daten nur auf eigenen Servern vor und hat Dinge in ihren Nutzungsbedingungen, die einigen Leuten nicht gefallen. Außerdem muss man für mehr Speicherplatz zahlen. Da stellt sich natürlich die Frage nach einer Alternative, bei der man die eigenen, sowieso vorhandenen Server nutzen kann um sich eine Abhilfe zu schaffen.

Die Jungs von SparkleShare haben sich mit Mono (.NET-Nachbau für Linux / OSX) hingesetzt und eine App gebastelt, die genau dieses besser machen soll: Eigene Server um mehr Kontrolle über eigene Daten zu behalten, Nutzung der oftmals sowieso vorhandenen Infrastruktur und Resourcen und Unabhängigkeit von zentralen Servern.

Was steckt also dahinter, womit sie das alles schaffen wollen? Ganz einfach: GIT. (Ja das war es wirklich schon!) Die Software ist ein Wrapper (also ein Programm, welches eine Zwischenschicht zwischen Benutzer und der eigentlichen Software bildet) für Git. Mit Git haben sie dabei ein Versionskontrollsystem, welches sich schon in diversen Bereichen bewährt hat und von vielen Leuten (mich eingeschlossen) eingesetzt wird.

Im Endeffekt ist also die Anwendung, die die Jungs da bauen ein Programm, welches für Benachrichtigungen sorgt, die denen von Dropbox nahe kommen. Auf der anderen Seite überwacht es Ordner auf Veränderungen und sendet diese Veränderungen dann an das entfernte Git-Repository, nachdem es dafür gesorgt hat, dass die Konflikte behoben sind.

Mal abgesehen davon, dass ich absolut nichts davon halte das Mono-Framework zu verwenden, was allerdings eine rein persönliche und nicht fachlich gemeinte Abneigung ist, finde ich steckt hinter dem ganzen ein simples aber sehr effektives Konzept. Meiner Meinung nach lohnt es sich auf jeden Fall das Projekt weiter zu beobachten und definitiv auch anzutesten.

Leider wird es nicht ganz so einfach sein den dazu gehörenden Server aufzusetzen als nur eine Software zu installieren. Ein ordentlicher Git-Server muss auch ordentlich eingerichtet werden. Zumal er nach dem was die Jungs vor haben doch relativ große Datenmengen abbekommen soll. Allerdings gibt es für solche Zwecke durchaus Anleitungen und ich denke mal wir werden auch von ihrer Seite mit Sicherheit noch eine Anleitung bekommen, wie der Server schnell und einfach eingerichtet wird.

Was für mich allerdings noch deutlich mehr Einsatzzweck bietet als Daten auf irgendeinen Server im Internet zu synchronisieren ist der simple Umstand, dass man so recht einfach unternehmensintern Sicherungen von den Mitarbeiterumgebungen machen kann. Solange die Mitarbeiter ihre Dokumente, die sie für ihre Arbeit benötigen im überwachten Bereich speichern werden sie an einen zentralen Server repliziert, der dann wiederum eine Datensicherung aus den Ordern ziehen kann. Simpel aber deutlich effektiver als mit einem CD-Brenner oder im Zweifel noch Robocopy rumzugehen und die Rechner einzeln zu sichern.

Mein Fazit: Ich werde mir den Projektverlauf weiter ansehen und sehen was draus wird. Den Screenshots nach scheinen sie ja schon eine Lauffähige Version zu haben, so dass ich annehme, dass wir zumindest im Linux-Bereich in Kürze etwas zum Testen in die Finger bekommen. Bald darauf soll dann ja OSX und danach Windows folgen. Ich bin gespannt.

Wie sieht es bei euch aus? Was meint Ihr zu dem Konzept und viel wichtiger: Werdet Ihr dem Projekt eine Chance geben euch zu überzeugen, dass es Dropbox ersetzen kann?

[via Caschy]