Vergleich der LED LENSER M1 Taschenlampe zur Konkurrenz

[Trigami-Review]

Heute möchte ich euch einen Vergleich zweier Taschenlampen vorstellen, die mir für den Test zur Verfügung gestellt wurden. Dabei geht es um die LED LENSER M1 und die Fenix PD 20. Die beiden Lampen spielen nach den Spezifikationen in etwa der gleichen Liga und so bin ich gespannt auf den Vergleich. Im Weiteren werde ich die beiden Lampen miteinander vergleichen. Dabei wird die LED LENSER M1 ihren Platz auf der linken und die Fenix PD 20 auf der rechten Seite haben.

Als erstes einmal eine bildliche Übersicht über die beiden Produkte für eine bessere Visualisierung des Zubehörs:

LED LENSER M1 vs. Fenix PD 20 (Einmal Klicken für eine größere Ansicht)

Direktvergleich

LED LENSER M1 Fenix PD 20
Verpackung:
Die Lampe ist in einen schwarzen Karton mit einem Kunststoff-Inlay verpackt, wobei das Kunststoff-Inlay aufgeraut ist um ein stoffähnliches Gefühl beim Anfassen zu erzeugen. Hier wurde als Verpackung eine simple Papp-Schachtel gewählt, wie man sie aus dem Supermarkt für Produkte kennt. In der Schachtel befindet sich ein 08/15-Kunststoff-Inlay, welches die Lampe und das Zubehör beinhaltet.
Lieferumfang:
  • Taschenlampe
  • Holster
  • Handschlaufe
  • Batterie (CR123)
  • "Smart Card"
  • Bedienungsanleitung (Multilingual)
  • Kleines Heft mit Übersicht über andere Produkte
  • Taschenlampe
  • Holster
  • Handschlaufe
  • Bedienungsanleitung (Englisch)
  • Garantie-Zettel
  • Werbung für weitere Produkte
Schalter:
Die Lampe ist mit einem Schalter, der "Smart Light Technology", ausgestattet, die es ermöglicht, mit einem Schalter sowohl den Energiesparmodus, die volle Leistung als auch den Stroboskop-Modus für die Gefahrenabwehr anzusteuern. Dazu wird die Smard Card mitgeliefert, in der die Bedienung schnell nachgelesen werden kann.

Durch die intelligente Steuerung der M1 schaltet sie im Vollmodus nach 3 Minuten in einen etwas lichtschwächeren Modus, der allerdings herkömmlichen Taschenlampen immer noch weit überlegen ist.

Der Schalter der Lampe kann nicht alle Funktionen ansteuern und ist primär zum Ein- und Ausschalten der Lampe gedacht. Wenn die Lampe in den Energiesparmodus umgeschaltet ist, kann die Helligkeit durch Antippen des Schalters geändert werden. Im Vollmodus kann nur auf den Stroboskop-Modus umgeschaltet werden.

Im Energiesparmodus kann zusätzlich zum Dimmen noch in eine SOS-Funktion geschaltet werden, in der die Lampe das SOS-Morsesignal (...---...) immer wiederholt.

Fokussierung:
Durch das Einhand-Schiebesystem lässt sich die Lampe bequem von einer großflächigen Ausleuchtung auf einen punktgenauen Strahl zur näheren Betrachtung eines weiter entfernten Objekts umschalten. Die Lampe ist nicht fokussierbar.
Innenaufbau:
Die M1 ist nur an einer Stelle aufschraubbar, was verhindert, dass sie versehentlich an der falschen Stelle geöffnet wird. Die Kontakte im Inneren der Lampe sind alle vergoldet um sie auch gegen Batteriesäure und Batteriedämpfe sehr widerstandsfähig zu machen. Die PD20 ist an mehreren Stellen aufschraubbar, wobei eine davon der Lampenkopf ist, der auch gedreht werden muss um den Stromsparmodus zu erreichen. Beim Öffnen der Lampe für den Austausch der Batterie ist die Wahrscheinlichkeit so sehr hoch, dass man die Lampe versehentlich am Kopf auseinander schraubt und die Batterie einfach herausfällt. Außerdem wurde für die Gangbarkeit der Gewinde eine recht hohe Menge Öl verwendet. So artet jeder Batteriewechsel in einer Schmiererei aus.
Bedienungsanleitung:
Die Bedienungsanleitung liegt in kurzer aber vollkommen ausreichender Form in den Sprachen Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Niederländisch, Japanisch und einer weiteren Sprache, die ich nicht lesen kann (vermutlich Chinesisch oder Koreanisch) bei. In der Bedienungsanleitung werden alle relevanten Punkte angesprochen und auch die Sicherheitshinweise sind vorhanden.

Zusätzlich liegt der Lampe die sogenannte "Smart Card" bei, die in 3 kleinen Bildern die Bedienung des Schalters und das Umschalten der verschiedenen Funktionen beschreibt. Die SmartCard liegt nur in deutscher Sprache bei.

Bei der Fenix liegt ebenfalls eine kurze Bedienungsanleitung bei, die es allerdings leider nur in englischer Sprache gibt. Damit ist sie für Menschen mit wenig oder gar keinen Englischkenntnissen nicht brauchbar und die Funktionen müssen entweder durch kompliziertes Übersetzen bzw. Erraten herausgefunden werden.
Design & Verarbeitung:
Die Lampe ist geringfügig (ca. 1cm) länger als ihr Konkurrent, was es für Menschen mit etwas größeren Händen leichter macht, sie gut zu bedienen. Für mich dürfte die Lampe nicht kürzer sein. Das Design ist schlicht und funktional gehalten, was mir wesentlich besser zusagt als das Design der Konkurrenz. Der Schalter ist sehr gut zu erreichen und nötigenfalls auch mit Handschuhen zu bedienen.

Durch das runde und stimmige Design liegt die M1 deutlich besser und angenehmer in der Hand als der Konkurrent.

Die Fenix ist zwar geringfügig kürzer als die Konkurrenz, hat dafür allerdings meiner Meinung nach unnötige "Verzierungen". Während die Konkurrenz ein formschönes rundes Design besitzt, ist die Fenix kantig und an einigen Stellen dünner als an anderen. Zusätzlich ist deutlich anzumerken, dass der Schalter am Ende der Lampe durch zwei hervorstehende Nasen überragt wird und somit bei "falscher" Haltung der Lampe nicht mehr gut bedienbar ist. Wird die Lampe so gehalten, dass der Schalter nicht verdeckt ist, kommt man sehr leicht an den Schalter und schaltet somit durch einen sehr leichten Druckpunkt die Modi um.

Das mitgelieferte Holster ist meiner Meinung nach schlecht verarbeitet, denn zum Halten der Tasche wurde nur ein sehr dünner Stoff verwendet, der nach meiner Erfahrung mit anderen Holstern aus ähnlichem Material schnell reißt.

Fazit:
Pro:
  • Werkseitig mitgelieferte Batterie
  • Am Batteriefachdeckel angebrachte Polaritätsmarkierungen
  • Mehrsprachige Bedienungsanleitung
  • Smart Card für einfaches Nachschlagen der Funktionen
  • Fokussierbarkeit des Lichtstrahls
  • Bedienung durch nur einen Tastschalter
  • Langlebigkeit durch bessere Verarbeitung
  • Deutlich bessere Verarbeitung des Holsters
Contra:
  • Benötigt eine extrem teure CR123 Batterie
Pro:
  • Lampe enthält eine integrierte SOS-Funktion
Contra:
  • Keine Batterie enthalten
  • An der Lampe keine Hinweise auf die Batteriepolarität
  • Nur englische Bedienungsanleitung
  • Keine Fokussierbarkeit
  • Bedienung durch Drehen des Lampenkopfs und des Schalters
  • Benötigt eine extrem teure CR123 Batterie

Dauertest

Im Dauertest ist zu sehen, dass die Fenix PD 20 erst nach einer Anlaufphase ihre volle Leuchtleistung entwickelt, während die M1 schon von Anfang an ihre volle Leuchtleistung hat und diese auch beibehält.

Was sehr negativ auffällt ist die Wärmeentwicklung bei der PD20, da sich diese nach knapp 8 Minuten kaum noch anfassen lässt. Die M1 ist in der Zwischenzeit zwar auch erwärmt, allerdings lässt sie sich weiter gut anfassen. Nach 10 Minuten ist es nicht mehr ohne Schutz möglich die PD20 anzufassen. Aus diesem Grund habe ich an dieser Stelle den Dauertest abgebrochen. Somit lässt sich feststellen, dass die PD20 definitiv nicht für längeren Einsatz geeignet ist, während die M1 deutlich länger nutzbar bleibt.

Nach einer Abkühlzeit von 5 Minuten hat sich die M1 nahezu wieder akklimatisiert. Die PD20 hingegen ist immer noch nicht für längere Zeit in der Hand zu halten, da sie dafür einfach noch zu heiß ist.

Praxistest

Für den Praxistest der LED LENSER M1 habe ich mir zwei Szenarien ausgesucht. Einerseits das Lesen einer (See)Karte im defokussierten ECO-Modus und außerdem das Anleuchten eines entfernteren Objekts mit fokussiertem Strahl in voller Lichtleistung.

M1 vs. PD20 (Einmal Klicken für eine größere Ansicht)

Hier kann man gut sehen, dass auf dem ersten Bild die Karte (bis auf die Verwischung durch die Kamera) gut zu lesen ist, eine Navigation nach dieser Karte also durchaus möglich wäre. Das zweite Bild ist mit einem etwa 50m entfernten und angeleuchteten Baum aufgenommen, wobei der Lichtstrahl der Lampe auf diesen einen Punkt fokussiert war. Hier könnte man (wenn etwas Interessantes zu sehen wäre) gut erkennen, was sich in dem Baum befindet.

Abschlussfazit

Nach dem Dauertest und unter Beachtung der vorherigen Tests und Vergleiche kann ich die LED LENSER M1 jedem empfehlen, der eine kleine handliche Lampe mit viel Leuchtleistung braucht. Sie eignet sich gut in der Tasche mitgeführt zu werden und z.B. bei der abendlichen Runde mit dem Hund auf dem unbeleuchteten Deich etwas an bzw. auszuleuchten. Dabei wird sie auch nach längerer Betriebszeit nur etwas mehr als handwarm und lässt sich gut halten. Einfach ein gutes und stimmiges Produkt von LED LENSER. (Weitere Meinungen und Feedback finden sich auch in der LED LENSER Community.)

Die Fenix PD 20 sollte definitiv niemals in die Hand von Kindern geraten, da diese sich am Gehäuse nach längerer Betriebszeit (etwa 8-10 Minuten!) Verbrennungen zuziehen können. Weiterhin fehlt bei der PD20 definitiv die Fokussierung, so dass beim Leuchten mit voller Stärke die Distanz fehlt, da zu viel Licht vorher verloren geht. Vom Handling schneidet sie ebenfalls schlechter ab als die M1.

Auch wenn es oben im Pro/Contra-Vergleich im Direktvergleich so aussieht, als wollte ich keine Contra-Punkte für die M1 nennen: Ich hätte sie genannt, wenn mir denn welche aufgefallen wären. Klar kann man von ihr keine Leistung wie von einer LED LENSER P7 oder ähnlichem erwarten, dafür war sie aber auch nie vorgesehen. Die P7 gehört zu den Profi-Lampen, während die M1 eher für den Privatgebrauch gedacht ist. Für das was sie leisten soll ist sie in jedem Fall gut geeignet.